Segel-Guide für die Elaphiten
Entdecken Sie mit uns das Archipel der 13 Inseln und erhalten Sie wertvolle Segel-Tipps sowie spannende Fakten über die Elaphiten in Süddalmatien.
Ein Skipperführer zum Elaphiten: ein Paradies vor der Toren Dubrovniks
Wenn Sie einen Segeltörn in Süddalmatien planen, sind die Elaphiten ein absolutes Muss. Diese Inselgruppe, bestehend aus dreizehn Inseln und Inselchen, fungiert als natürlicher Schutzwall für die Küste von Dubrovnik. Der Name leitet sich vom griechischen Wort elaphos (Hirsch) ab, was darauf hindeutet, dass die antiken Wälder einst reich an Wild waren.
Für Segler bieten die Elaphiten die perfekte Mischung: kurze Distanzen beim Inselhüpfen, tiefblaue Passagen und einige der authentischsten Konobas (traditionelle Tavernen) der Adria. Ob Sie selbst am Steuer stehen oder sich von einem professionellen Skipper führen lassen – hier ist alles, was Sie über die drei größten bewohnten Inseln und ihre verborgenen Nachbarn wissen müssen.
Die drei bewohnten Perlen der Elafiti Inseln
1. Sipan: die goldene Insel
Sipan ist die größte Insel der Gruppe und ein absoluter Favorit unter Seglern. Sie hält den Guinness-Weltrekord für die höchste Dichte an Olivenbäumen.
- Segel-Tipp: Das Dorf Sipanska Luka am westlichen Ende der Insel liegt in einer tiefen, langen Bucht, die wie eine Zeitkapsel der alten Republik Ragusa wirkt. Sipanska Luka ist Ihre beste Wahl für eine sichere Übernachtung, da sie gut vor fast allen Winden geschützt ist (außer NW). Falls der Hauptkai belegt ist, halten Sie Ausschau nach den Bojen der lokalen Restaurants – ein Abendessen dort sichert Ihnen meist den Liegeplatz für die Nacht.
- Geheimtipp: Besuchen Sie das Restaurant Bowa auf der anderen Inselseite. Dieses exklusive Waterfront-Restaurant bietet einzigartige, einfache und zugleich köstliche Gerichte fast nur aus lokalen Produkten und täglichen Fischfang.

2. Lopud: der sandige Rückzugsort
Lopud gilt als die glamouröseste der drei Inseln und war historisch ein beliebter Sommersitz für den Adel von Dubrovnik.
- Skipper-Tipp: Die Bucht Sunj auf der Südostseite beherbergt einen der wenigen echten Sandstrände Kroatiens. Sunj ist ein erstklassiger Ankerplatz für den Tag, ist jedoch nach Süden hin völlig offen. Bei Jugo-Wind (Südwind) kann der Schwell gefährlich werden. Für eine ruhige Nacht sollten Sie in den Haupthafen von Lopud wechseln, wobei die Plätze dort sehr begehrt sind.
- Sehenswert: Besuchen Sie den Botanischen Garten Đorđić-Mayneri mit exotischen Pflanzen, die Kapitäne vor Jahrhunderten von ihren Weltreisen mitbrachten..
3. Kolocep: das smaragdgrüne Tor
Kolocep ist die Insel, die Dubrovnik am nächsten liegt. Die Einheimischen nennen sie liebevoll Kalamota. Kalamos ist das griechiche Wort für Angelstöck, da Fischfangen der wichtigste Beruf der Einheimischen war. Die Einwohner waren auch ausgezeichnete Seemänner und Segler. Nach einer lokalen Legende, waren zwei Brüder, Domeniko und Mato Konkjedević, teil der Santa Maria Besatzung und haben Amerika entdeckt.
Die Insel ist heute komplett autofrei und duftet nach Pinien und Rosmarin, sobald man die Brise einfängt.
- Erkunden Sie die Blaue Grotte (Plava špilja) an den südlichen Klippen oder die drei grünen Grotten weiter westlich. In der Bucht von Donje Čelo lässt es sich wunderbar ankern, sie ist jedoch den Winden aus NW und NO ausgesetzt.
- Die Grotten lassen sich am besten bei ruhiger See erkunden. Ankern Sie in der Nähe und schwimmen Sie hinein, um das magische Lichtspiel unter Wasser zu erleben.

Unbewohnte Schätze und versteckte Buchten
Die wahren Geheimnisse der Elaphiten finden sich dort, wo kaum jemand lebt:
Jakljan
Gleich hinter Šipan gelegen, präsentiert sich Jakljan als eine grüne Festung aus Pinienbäumen. Die Bucht Veli Jakljan bietet Seglern einen sicheren Unterschlupf, wobei der kleine Kai in der Bucht meistens belegt ist. Am Ende der Bucht befindet sich ein Sandstrand mit einem verlassenen Kindererholungsheim, was dem Ort eine fast mystische Atmosphäre verleiht.
- Ankern: Sie können hier auf Wassertiefen zwischen 7 und 10 Metern ankern.
- Windschutz: Die Bucht ist gut gegen die Winde Bura und Jugo geschützt. Seien Sie jedoch vorsichtig bei lokalen Winden, die aus der Richtung von Ston wehen. Diese setzen auf den Elaphiten häufig nachts oder unmittelbar nach Stürmen ein.
Olipa: The Sentinel
Olipa markiert den westlichsten Punkt der Elaphiten und wird durch einen beeindruckenden, steinernen Leuchtturm geprägt. Der Ankerplatz bietet soliden Schutz vor fast allen Winden – lediglich bei Nordostwind (NE) sollten Sie vorsichtig sein.
- Sicherheits-Hinweis: Achten Sie besonders auf die Meerenge zwischen Olipa und der Halbinsel Pelješac (bekannt als „Mali Vratnik“). Hier können zeitweise sehr starke Strömungen auftreten, die die Navigation herausfordernd machen.
Ruda & Daksa
- Ruda: Diese felsige Insel liegt eingebettet zwischen Lopud und Šipan. An der Südseite verbirgt sich eine versteckte Meereshöhle, die ein Paradies für Schnorchler ist. Ein Stopp empfiehlt sich hier jedoch nur bei absoluter „Bonaca“ – wenn das Meer spiegelglatt und völlig windstill ist.
- Daksa: Das winzige Eiland bewacht die Einfahrt zum Hafen von Dubrovnik. Neben einem Franziskanerkloster und einem Leuchtturm bietet die Insel die perfekte Gelegenheit für einen „letzten Sprung ins Wasser“, bevor Sie am Freitagnachmittag zurück in die Marina segeln.
St. Andreas
Etwas weiter draußen auf dem offenen Meer liegt dieser schroffe Felsen, gekrönt von einem mächtigen Leuchtturm, dessen Lichtstrahl bis zu 24 Seemeilen weit reicht. Sveti Andrija ist ein Ort der Extreme: Das kroatische hydrographische Institut maß hier mit 10,87 Metern die höchste jemals verzeichnete Welle der Adria.
- Geschichte & Natur: Das Franziskanerkloster aus dem 14. Jahrhundert wurde beim großen Erdbeben von 1667 zerstört und später aufgegeben. Heute ist die Insel ein wichtiges Vogelschutzgebiet mit einer faszinierenden Unterwelt.
- Legenden: In der lokalen Folklore ist Sveti Andrija als die „Insel der tragischen Liebenden“ bekannt, um die sich zahlreiche romantische, wenn auch melancholische Geschichten ranken.
Essenzielle Tipps für Ihren Segeltörn auf den Elafiti Inseln
Windmuster: Rechnen Sie damit, dass der Maestral (NW) gegen 13 Uhr auffrischt – perfekt für einen Nachmittag unter Segeln im Kolocep-Kanal. Lesen Sie mehr in unserem Blog über Winde in der Adria.
Versorgung: Proviant ist auf den Inseln teurer und die Auswahl begrenzt. Erledigen Sie Ihren Großeinkauf am Markt in Gruž (Dubrovnik) oder in Supermärkten auf Peljesac oder Korcula.
Navigation: Achten Sie auf die Passage Boka Falsa (Falscher Mund) zwischen Šipan und dem Festland. Sie ist sicher, aber die Strömung kann bei Gezeitenwechsel tückisch sein.
Ankern und Naturschutz: Prüfen Sie immer den Untergrund auf Ihren Seekarten. In vielen Buchten der Elaphiten wächst Seegras (Posidonia), in dem Anker schlecht halten. Zudem ist dieses Seegras die „Lunge der Erde“ und steht unter Schutz. Suchen Sie gezielt nach hellen Sandflecken zum Ankern..
Wenn Sie auf der Suche nach noch mehr Segel- und Bareboat-Tipps sind, lesen Sie unsere weitere Blogs zum Thema:
Die Elaphiten sind weit mehr als nur ein Tagesausflug von Dubrovnik aus. Für Segler sind sie eines der schönsten Reviere im Mittelmeer, das mit unberührter Natur und zeitloser Eleganz überzeugt.


